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Ein kaltes Feuer loderte in ihren Augen auf, als sie die Worte aussprach:

"Denn ich bin die Anführerin!"

 

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Ich möchte euch zu diesem Textauszug nichts vorher erzählen, sondern euch einfach die Möglichkeit geben, euch überraschen zu lassen und euch auszumalen, was davor oder danach passieren könnte. Also viel Spaß beim Lesen!

Band 1: Die Höhle war riesig, ihre Wände aus schwerem Stein. Sie lag tief unterhalb des Siebten Reiches, welches Dracona beherrschte. Wäre sie leer gewesen, hätte Evulet sicher ihre Schritte von den Wänden widerhallen hören können. Doch sie war voll und es war laut. Jeder Quadratmeter wurde genutzt. Die Durchgänge waren eng und alles an Platz gespart. Es waren viele Magier da, wenig Hexen. Sie waren hier kaum zu gebrauchen. Man hörte das Rauschen des Feuers, das Zischen der Flammen. Man hörte, wie Metall auf Metall traf, schwer, von starken Muskeln bewegt. Funken sprühten von dem glühenden Eisen, das sich so gefügig verformen ließ. Das Feuer fauchte noch einmal, wenn es mit eisigem Wasser abgekühlt wurde, so schnell und kalt, dass das einzige, was es noch ausrichten konnte, eine Verdunkelung des zuvor klaren Wassers war. Doch so wurde hier gearbeitet – hart und ohne Erbarmen! So wurden hier die Waffen für die Krieger des siebten Reiches geschmiedet. Die Arbeiter hier waren zäh. Sie mögen einst unverkennbare junge Magier gewesen sein, doch dieser Ort raubte ihnen alle Magie und machte sie alle zu etwas Gleichem. Ihre Muskeln verhärteten sich mit jedem Tag der gleichen, unermüdlichen Arbeit. Der Ruß und das fahle Licht griffen ihre Augen an und trübten ihren Blick für alles Schöne auf dieser Welt. Die schweren Werkzeuge verkrümmten ihre Rückräder und ließen sie buckelig erscheinen, wie alte Männer. Die Kleidung, vom Rauch und Ruß dunkel verfärbt, ließ sie alle noch ähnlicher sehen. Alle trugen das gleiche: ein ausgetretenes Paar Schuhe, eine fast immer zu kurze Hose, eine Schürze, die sie sich um die Hüfte banden und ein Hemd aus schwerem Stoff, das ihre müden Schultern runterdrückte. Von ihren Gesichtern, alle mit dunklen Tüchern verhängt, die kaum Schutz vor widerspenstigen Funken spendeten, waren nur noch die Augen zu sehen. Bei Manchem war das eine Auge blind. Ein Magier kurz vor Evulet hob ein glühendes Schwert aus einem Ofen, dessen Klinge vor Hitze flimmerte. Das Licht war so hell, dass sie schützend die Hand vor Augen hob. Der Magier, dessen Rücken noch recht wenig gekrümmt war, legte es auf einen Felsen mit ebener Fläche – offenbar sein Arbeitsplatz – und schlug mit einem Hammer darauf ein, bis es seine gewünschte Form hatte. Das laute Geräusch schmerzte in Evulets Ohren. Mit jedem Schlag wurde die Klinge wieder dunkler und kühlte sich ab. Für einen abschätzenden Moment betrachtete der Junge seine Arbeit und wollte es dann umdrehen. Dabei bedachte er nicht, wie heiß das Metall noch war. Er griff mit der bloßen Hand danach! Seinen Schrei hörte man nicht, doch das zischende Geräusch, als sich das Feuer in seine Haut fraß, war überdeutlich wahrzunehmen. Fast sofort stieg Evulet der beißende Geruch von frisch verbranntem Fleisch in die Nase!

Ohne länger hin zu sehen wandte sie sich ab.